Bogenjägertage 2021 des VSBJ im Engadin

 

Am 19. Juni versammelten sich Bogenjäger aus der ganzen Schweiz auf einem kleinen Campingplatz hinter den Bergen in Sur En. Ein buntes Gemisch von Männern und Frauen, Erfahrenen und Einsteigern, jungen und doch schon etwas Grauhaarigen trafen sich, um über die gemeinsame Leidenschaft zu fachsimpeln; der Bogenjagd.

 

Wie üblich starteten die Bogenjägertage mit der Generalversammlung. Vieles wurde besprochen, neue Vorstandsmitglieder gewählt und wichtige Dinge geklärt. Die Sitzung konnten wir optimistisch gestimmt und mit frischem Wind für die Zukunft beenden. Danach ging es praxisorientiert weiter. Wir tauschten als Gruppe aus, welche Probleme während der Planung und der Bogenjagd entstehen können und wie man Lösungen dafür findet. Ideen wurden ausgetauscht, Inspiration geliefert und die Einsteiger konnten vom Wissen der alten Hasen profitieren. Irgendwann waren die Köpfe dann aber voll und die Beine mussten wieder bewegt werden. Also wurden die Tree-Stands geschnappt und die Baumkletterei begann. Für einige war es das erste Mal in schwindelerregender Höhe und hatten deshalb etwas zittrige Beine. Doch nach einer ausführlichen Instruktion von unseren Profis, hatten alle selbst in sieben Metern Höhe ein Lächeln im Gesicht. Die bereits Erfahrenen haben in dieser Zeit an der Optimierung der Tree-Standposition gefeilt und Tipps & Tricks ausgetauscht. Kurz darauf ging es ans Eingemachte. Und zwar wortwörtlich... Ein Mitglied reiste mit einem prächtigen Hirsch an und der hatte doch noch einige Haare zu viel für den Grill (also der Hirsch). Es wurde fleißig gearbeitet bis endlich die Decke runter, das Fleisch von den Knochen getrennt und dies in „grillgerechte“ Stücke geschnitten war. Der Hunger trieb dann die Urinstinkte der Männer an und ein Feuer wurde gezündet. Unsere Gastgeber der Pension Lischana zauberten uns ein tolles Buffet und so konnte der Hunger gestillt werden. Der Abend klang erst später, nach vielen guten Gesprächen, Diskussionen und einem halben Hirsch, aus.

 

Am Sonntag schnappten wir unsere Bögen und machten uns an die fliegende „Beute“. Ein Verbands-Mitglied hatte ein Bogen-Katapult gebaut und damit ließen wir die Zielscheiben fliegen. Schnelligkeit und Konzentration war gefragt und einige Flinke haben es sogar geschafft die kleinen, runden Zielscheiben vom Himmel zu schießen. Danach gingen wir auf den wunderschönen Parcours der Archers d‘ Engiadina. Dies gestaltete sich jedoch als kleines Abenteuer, denn das derzeitige Hochwasser der Inn hat den unteren Teil des Parcours überschwemmt und sorgte für nasse Füße. Nach dieser Sumpf-Wanderung wurde dann aber eifrig geschossen. Um sich auf die richtige Jagd vorzubereiten, haben wir von jagdlichen Distanzen aus geschossen und diskutiert wo der tödliche Schuss hingehört. Damit haben wir die Bogenjägertage für dieses Jahr abgeschlossen und wir konnten uns alle mit neuen Inputs auf den nach Hause Weg machen. Und wer weiß, vielleicht sieht man die einen oder anderen demnächst auf der Jagd... auf jeden Fall, Weidmannsheil! En buca d‘luf!


Elaila Eberhard (Text und Fotos)                                                                                                                      Bildimpressionen

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